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AH v. ObstfelderDie Gottinga wurde am 6. November 1860 als „Vereinigung zu geselligen und wissenschaftlichen Zwecken“ an der Georg-August-Universität in Göttingen gegründet. Gründungsburschen waren stud. phil. Scheele, stud. theol. et phil. Schultz, stud. math. Goedecker, stud. theol. Schilling, stud. phil. Keuffel, stud. theol. Meyer, stud. theol. Neise, stud. math. Kalm und stud. theol. Grumme – zur großen Mehrzahl Absolventen des Göttinger Gymnasiums. Einen Anhalt dafür, dass es sich bei der 1860 gegründeten Gottinga um die Fortsetzung der Landsmannschaft Gottinga aus dem Jahre 1831 mit den Farben "weiss-schwarz-gold" handelt (Darstellung der Gottinga von 1831 auf einem Pfeifenkopf), lässt sich lediglich auf die Recherchen des AH von Obstfelder zurückführen. Dieser bezog sich auf den 1919 in der L.C.-Zeitung auf Seite 221 ff veröffentlichten Artikel "Studentenleben zwischen 1830 und 1870" des bekannten Studentenhistorikers Alfred Ritter von Terzi, in dem es hieß:

"...zur Feier des 100jährigen Bestehens der Georgia-Augusta 1837 wurde das bis dahin verbotene Tragen von Verbindungsabzeichen ausnahmsweise gestattet. Ein großer Teil der Studenten aber wollte den S.C. nicht als ihren obersten Repräsentanten anerkennen. Da fand man den Ausweg, alle Studenten nach ihren Heimatländern einzuteilen und ihnen das Tragen der Heimatfarben zu gestatten. So bestand 1837 auch die Landsmannschaft Gottinga mit den Farben weiss-schwarz-gold..."

Bereits am 5. Dezember 1861 erfolgt die erste Satzungsänderung, die die Einführung von Chargierten, die Regelung der Satisfaktion nach außen (Klärung vor einem Ehrengericht oder Austragung im Duell mit der Waffe) sowie die Einführung des „inaktiven Burschen“ zur Folge hat. Zudem sieht sich die Gottinga fortan als „Blase“ an, so dass sie dem am 3. Juni 1861 gegründeten „Göttinger Blasen Convent (B.C.)“ beiwohnt. Die Blase Gottinga führt die Farben Schwarz-Gold-Schwarz, die jedoch nicht öffentlich getragen wurden. Trotz des anfänglich stetigen Wuchses der Blase Gottinga (zunächst jeweils vier Füchse pro Semester, im WS 1863/64 7 Füchse, WS 1864/65 sogar 11 Füchse), musste sich die Gottinga im SS 1869 vertagen.

Die Mitglieder taten sich jedoch am 10. Januar 1870 als schwarze Verbindung „Neo-Gottinga“ mit den Farben „Schwarz-Weiß-Rot“ wieder auf und ließen nunmehr auch die Aufnahme von Conkneipanten zu, die jedoch von der Teilnahme an den Conventen ausgeschlossen waren. Im folgendenden Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71, an dem die Hälfte der „Göttinger“ teilnahmen, hatte die Gottinga den Verlust von vier Bundesbrüdern (Biermann, Hanne, Mattiae und Schilling) zu beklagen. Schließlich kommt es am 2. März 1871 zu einer Verschmelzung der Verbindungen Blase Gottinga und Neo-Gottinga unter dem alten Namen „Gottinga“ mit den alten Farben „Schwarz-Gold-Schwarz“.

Auf dem Convent am 19. November 1873 wird die Paukpflicht in den ersten vier Semestern beschlossen, sofern nicht Gründe angegeben werden, „welche die Untauglichkeit des Betreffenden nachweisen“. Im Februar 1881 zudem, dass jeder sein eigenes Paukzeug (Speer, Maske, Handschuh) besitzen muss und letztendlich per Conventsbeschluss vom 12. Mai 1874 die Einführung eines Paukwarts.

1873 wird das erste Cartellverhältnis mit zur Vitebergia in Halle geschlossen: „Geht ein Mitglied einer der beiden Verbindungen nach der anderen Universität und will es überhaupt irgendwo eintreten, so ist es gehalten sich der Cartellverbindung anzuschließen.“ Fünf Jahre später tritt die Gottinga dem „Göttinger Ersten Convent (E.C.)“ bei, nachdem zuvor der Göttinger B.C. aufgelöst hatte. Zunehmend kommt auch darin die Bestrebung auf, Kontakt zu schwarzen Verbindungen an anderen Universitäten aufzunehmen. Die zu diesem Zweck gegründete Kommission, der auch die Gottinga angehörte und die in Berlin tagte, legte Entwürfe zur Gründung eines Verbands nicht farbentragender Verbindungen deutscher Universitäten vor: es wird 1881 der „Gothaer Ersten Convent“ gegründet. Bereits im WS 1882/83 tritt Gottinga jedoch aus dem Gothaer E.C. aus und beschliesst dabei auch nunmehr farbentragend zu sein. Es werden die heutigen Farben „Blau-Gold-Rot“ nach dem Göttinger Stadtwappen angenommen und im Sommer 1883 dem Coburger L.C. beigetreten.

Haus im Steinsgraben1909 wird mit der Landsmannschaft Hansea auf dem Wels zu München (damals noch Landsmannschaft Hannover auf dem Wels) ein Freundschaftsverhältnis begründet. 1915 ist die Landsmannschaft Gottinga aufgrund des 1. Weltkrieges zur Suspension gezwungen, kann jedoch bereits 1918 wieder rekonstituiert werden. 1919 mit der Landsmannschaft Rhenania zu Jena et Marburg ein Freundschaftsverhältnis abgeschlossen. Im Jahr 1930 wird das ehemalige Haus im Steinsgraben 7 verkauft und das heutige Haus im Nikolausberger Weg 25 erworben, welches am 2. Mai 1931 eingeweiht wurde.

Während der Zeit des Nationalsozialismus war die Landsmannschaft Gottinga, wie alle anderen Korporationen, gezwungen sich aufzulösen, so dass die Aktivitas suspendieren musste. Sie konnte jedoch im Jahre 1947 als" Bund Roland" zu den alten Grundsätzen zurückkehren und nahm im Jahre 1951 zunächst den Namen "Studentische Verbindung Gottinga", am 27. Juli 1954 den alten Namen "Landsmannschaft Gottinga" wieder auf. Ein Jahrt später wird mit der Landsmannschaft Hammonia-Marko Natangia zu Hamburg ein Freundschaftsverhältnis begründet.

Am 20. Oktober 2001 fusionierte die Landsmannschaft Gottinga mit der Turnerschaft Mündenia-Hercynia zu Göttingen.